Montag, 30. Oktober 2017

[Halloween] "Zombie Toilet" von Rena Larf



Hallo Ihr Lieben!

Kürbis, Haloween, Oktober, Herbst, Unheimlich, Horror


Spukgestalten und Zombies haben Hochkonjunktur in der Zeit um den 31. Oktober. Grund genug, Euch auf eine ganz besondere "Fright Nicht" mitzunehmen...

Zombie Toilet


Von Rena Larf

Fauchend peitschte der Ostwind die Wolkenfetzen vor sich her.
Er rannte atemlos durch die nachtkalten Gassen, immer darum bemüht, seine Verfolger nicht näher kommen zu lassen. Abschütteln würde er sie nicht können, das war gewiss, denn irgendwann würden ihn seine Kräfte verlassen und das Finale wären die dunkle Bedrohung und der Tod.
Kein Entkommen. Kein Entrinnen.
Nur die unbarmherzigen, tödlichen Klauen, die nach ihm greifen und ihn in Fetzen reißen würden.
Sie krochen aus ihren Gräbern auf der Suche nach Frischfleisch. Die humpelnden Lumpengestalten, gierige Schänder im Strom des Bösen, die einen gnadenlosen Todeshunger hatten und ihn über das regennasse Kopfsteinpflaster jagten bis er fiel. Und wieder aufstand. Und wieder fiel!
Ein markerschütternder Schrei teilte die Nacht in Entsetzen und Abscheu. Wieder jemand, der den Kampf verloren hatte. Wieder jemand war unrettbar verloren, für immer dazu gezwungen in der Horde der Absonderlichkeiten selbst seine Liebsten mit eigener Hand zu meucheln.
Schlurfende, langsame Schritte als Vorboten des Grauens schabten durch die Gasse hinter ihm her.
Er hörte das Blut in seinen Ohren rauschen, das eigene Herz, seinen Atem. Ein Brennen in seinem Magen, das wie fauchende Flammen seine Eingeweide malträtierte.
Kalter Schweiß lag auf seiner Stirn.
Blankes Entsetzen bohrte sich in seine Seele.
Höhnische Stimmen und unverständliches Gemurmel drangen um die Häuserecke, lange bevor er irgendetwas sehen konnte. Aber er konnte es erahnen!
Keiner von diesen Feiglingen war in der Lage allein zu töten.
Immer kamen sie in Horden, immer teilten sie gemeinsam die Tat und den Ort der Qual.
Missgeburten in zerrissenen, verwesenden Körpern, die längst nicht mehr jenen gehörten, - denen, die in den Särgen zur ewigen Ruhe gebettet worden waren von ihren Angehörigen.
Er fingerte um die Ecke, tastete mit unsicherem Griff nach dem Türriegel, löste ihn, und die rohe Holztüre schwang knarrend nach innen auf.
Ein Knarren, was er so nicht gewollt hatte! Blitzschnell trat er ein und verriegelte die Tür von innen.
Denn schon lag tödliche Stille über der Gasse hinter dem Häusereck.
Eine lauschende Stille, eine boshafte Stille, wie vor einem großen Sturm.
Dann ein Grunzen, wie das eines abgestochenen Schweins, das der Horde den Weg wies.
Den Weg zu ihm.
Wie aus einem gähnenden Schlund krochen die Metastasen der Nacht.
Immer mehr.
Fuß an Fuß.
Schulter an Schulter.
Wie verwoben zu einem einzigen ekelerregenden Strom des Bösen. Mit ihren schiefen Kiefern und entseelten Schädeln, von Ungeziefer zerfressen. Gruftbestien mit weit aufgesperrtem, fauligem Schlund die sich auf alles stürzten, um es zu zerbeißen und zu einem Teil ihrer selbst zu machen. Zu einem Teil der wilden Horde.

Draußen schrie jemand. Schon wieder! Von Ferne, aber doch so nah, dass seine Beine zitterten als er sich aus der Ecke erheben wollte, in der er gehockt hatte.
Im nächsten Augenblick stolperte er und konnte sein Gleichgewicht nur mit Mühe und Not halten.
Hinter ihm rauschte und brauste es, es gurgelte, spülte und strömte hinab, um dann in einem Sterben zu verstummen.
Vorsichtig begab er sich hinaus.
Jemand stand mit dem Rücken zu ihm, leicht vorn über gebeugt.

„Verdammt noch mal, Aidan. Eddie sollte die Monitore auf den Toiletten aus machen, wenn Zombiefilme laufen. Ich hätte mir fast in die Hose gemacht!“


Fröhliches Gruseln wünscht Euch

Eure Rena