Mittwoch, 30. November 2016

[Rena Larf] Weihnachtsgeschichte "Das heißgeliebte J!" feiert 15jähriges Jubiläum

Guten Morgen Ihr Lieben!

Ich wünsche Euch einen zauberhaften 1. Dezember!

"Wahnsinn, wo ist die Zeit geblieben"
Heute vor 15 Jahren wurde meine Weihnachtsgeschichte Das heißgeliebte J! geboren.
Habt Ihr Lust auf eine Weihnachtsreise in die Kindheit?


Auf dem bunten runden Weihnachtsteller tummelten sich die herrlichsten Leckereien. 
Neben perlenbesetzten Baumkringeln reckte sich das Marzipanbrot vorwitzig über den Tellerrand und stupste am anderen Ende gegen das lilafarbene Glanzpapier eines mittelgroßen Weihnachtsmannes. 
Überall kugelten sich Marzipankartoffeln mit Dominosteinen um die Wette und verwiesen die kleinen gefüllten Knickebeinfässchen auf die hinteren Plätze. Zwischen Spekulatius mit Mandelbesatz, Lebkuchenherzen und leuchtendorangenen Clementinen lagen haufenweise schokoladige Pralinen, die sich gegenseitig an Schönheit übertrumpften. Die dunklen Printen und die hellen Pfeffernüsse schienen das wirre Kalorienchaos wie jedes Jahr komplett abzurunden. 
Ach... und da lag sie nun! 
Strahlend, verführerisch, wunderschön... ein zauberhaftes "J" in rotweiß gestreiftem Abendkleid - die Zuckerstange! 
Ihr süßlicher Duft aus Zucker und Pfefferminze verströmte sie an ihre Nachbarn in diesem kleinen Universum: an die Printen, die Dominosteine und Lebkuchenherzen, die Pfeffernüsse und den Weihnachtsmann. Und so sehr sich das Marzipanbrot auch reckte und streckte in seiner langen, goldigen Pracht - es kam doch nie ganz an und dabei liebte es die Zuckerstange mit jeder Faser seines Goldpapiers. 
"Was würde ich drum geben", dachte das Marzipanbrot, "könnte ich nur ein einziges Mal um den Weihnachtsteller marschieren und neben dir, meiner heißgeliebten Zuckerstange, ganz nah rangekuschelt liegen!" 
Das hieße jedoch, bergeweise Clementinen, Dominosteine und Spekulatius zur Seite zu schaufeln - womöglich über den Tellerrand - und schließlich auch noch den lila Weihnachtsmann aus seiner angestammten Mittelposition zu drängen. 
DAS hatte es aber noch niemals gegeben! 
Als das verliebte Marzipanbrot noch immer mit sehnsuchtsvollem Seufzer über diesen enormen Kraftaufwand nachdachte und unruhig versuchte, Anlauf zu holen, huschten ganz leise und heimlich ein kleiner Daumen und ein Zeigefinger über den prall gefüllten Weihnachtsteller und grapschten zielsicher das rotweiße "J" aus der Menge der Pralinen, Clementinen und Baumkringel heraus. 
Das Marzipanbrot riss Augen und Mund vor Entsetzen weit auf und begann vor Liebeskummer und Herzschmerz augenblicklich unter den heißen Weinachtskerzen zu schmelzen. 
"Ach, bitte, grundgütiger Nussknacker", flüsterte das Marzipanbrot, "lass mich bitte der Nächste sein. So kann ich wenigstens im Geschmack auf der Zunge meiner heißgeliebten Zuckerstange ein letztes mal ganz nahe sein!" 

Und als die kleinen Fingerchen das leicht geschmolzene Marzipanbrot erwischten, lies es sich opferbereit aus dem Goldpapier wickeln und ergab sich glücklich in sein Schicksal... 


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