Donnerstag, 17. November 2016

[Der Kommentar von Rena Larf] AUTORENMORD von Susanne Ptak: Die dunkle Seite der Autorenszene!

Mit durchgeschnittener Kehle - im zehnten Band der Bestsellerreihe ermittelt die Spinn-Gruppe aus Holtland im Fall eines ermordeten Verlegers. Viele Spuren führen in die ostfriesische Autorenszene ...

Die Freunde der ostfriesischen Spinngruppe können es kaum fassen: Eine Leiche taucht auf, mitten im Stall von Britta und Steffen, mit durchgeschnittener Kehle! Bei dem Toten handelt es sich um Marco Gastmann, Krimiautor und Verleger aus Leer. Die eigenwillige Hauptkommissarin Maike Bloem leitet die Ermittlungen und hat ausgerechnet Brittas Bruder Nico im Visier - der erfolgreiche Neu-Autor hatte sich kurz vor Gastmanns Tod mit dem Verleger getroffen. Schnell wird jedoch klar: Nico selbst ist in Gefahr. Er erhält merkwürdige Mails und Drohbriefe eines "Fans", der auf ein persönliches Treffen drängt. Genau solche hatte auch Gastmann vor seiner Ermordung erhalten... Viele Spuren führen in die ostfriesische Autorenszene, doch die Ermittler kommen nicht weiter. Und als ein zweiter Mord geschieht, wird der Fall noch rätselhafter...

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Kommentar: 
Die Krimis von Susanne Ptak erfreuen sich einer großen Fangemeinde in der ostfriesischen Krimilandschaft. Mörderisches von Susanne Ptak bedeutet immer -  statt Idylle gibt es Tote! 
Und ich finde es einfach wunderbar, dass die Autorin zum Jubiläum ihrer Reihe eine Thematik aufgegriffen hat, die oftmals nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert wird: Ja, Autoren können Neider und Konkurrenzdenker sein! Bei einigen geht es soweit, dass sie zu ganz extremen Mitteln greifen. Da werden bösartige Rezensionen ins Netz gestellt oder in Sozialen Netzwerken regelrechte Verleumdungsschlachten gegen Mitkonkurrenten geführt! 
In unserer Ellenbogengesellschaft hat auch der Weg zum Erfolg als Autor seine Tücken und ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten!
"Das ist ein Haifischbecken!" war einer der ersten Sätze, den ich hörte, als ich noch selbst aktiv als Autorin tätig war. Da wird auch schon mal über Kontakte ein Treffen mit einem Verleger vorgeschlagen, der dann einfach zum Termin nicht erscheint! Wie sich herausstellte, gab es den Verleger gar nicht und alle Links und Telefonnummern waren fingiert! Wer schon einmal so ein Erlebnis hatte und in Hamburg auf dem Gänsemarkt stehen gelassen wurde, wie ein begossener Pudel, weiß, wovon ich rede! 
Wenn die Verkaufszahlen es ermöglichen, davon zu leben, ohne einen Nebenjob zu haben, der einen von seiner eigentlichen Passion abhält, ist das fantastisch! Wer kann sich denn als Mitkonkurrent noch wirklich freuen, wenn jemand Erfolg hat und auf dem Treppchen nach oben eine Stufe höher steigt? Im Gegenteil, - da wird sich dann gefragt: "Warum der/die und nicht ICH? So eine tolle Schreibe hat der/ die auch nicht!" 
Neid kann zu regelrechter Hetze führen. Auf einmal dreht es sich nicht mehr um Bücher sondern nur noch um die Person an sich, die mit unschönen Worten vom Buchmarkt gefegt werden soll. Autoren sind da sehr phantasiereich, was die sprachliche Vernichtung eines Kontrahenten betrifft. 
"Die war wohl auf der Besetzungscouch?" Bis dato war mir im Zusammenhang mit Verlagen und Autoren ein derartig abgewetztes Möbelstück noch nicht bekannt. In der Filmbranche, ja. Aber am Büchermarkt?
Und wenn es ganz hart kommt wird gestohlen und verraten, gedroht und verklagt! 
Oder gemordet wie in Susanne Ptaks Ostfrieslandkrimi AUTORENMORD, den sie in einer fiktiven ostfriesischen Autorenszene spielen lässt.

Es hätte aber auch überall sonst spielen können. Oder?

Habt einen schönen, erfolgreichen Autorentag!
Eure Rena