Freitag, 14. Oktober 2016

[Weltliteratour] Rena Larf: Von Rilke bis Villon - Kein oller Kram: Sexy Liebesgedichte zum Wochenende!

Hallo Ihr Lieben! Willkommen zu Rena Larf - LiteraTOUR!
Zum Wochenende habe ich Euch heute einmal einen Schatz an Liebesgedichten aus der Weltliteratur aufbereitet. 
Och, so'n oller Kram kommt jetzt?! 
Denkste :)

Die Nacht gehört der Liebe.
Wobei ich nicht sagen möchte, dass Liebe am Tage nicht auch ihre schönen, sinnlichen Reize hat! Aber es ist erwiesen, dass die Nacht mit unserer Phantasie spielt. Sie lässt uns in bunt gefärbten Träumen unsere Gefühle ausleben. Und die handeln nicht selten von dem Wunsch nach Liebe. Wenn die Liebe uns packt, suchen wir nicht lange nach Worten. Sie springen uns mit dem Gefühl ganz einfach von den Lippen hinaus in die Welt. Wir tragen sozusagen unser Herz auf der Zunge!
Ist es da ein Wunder, dass die meisten Poeten ihre schönsten Liebesgedichte in der Nacht zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Sehnsucht und Eros, zwischen zerwühlten Laken auf das Papier gebannt haben?
Machen wir es uns bequem im Bett der Poesie, legen wir die Worte wie roten Mohn auf die weißen Laken und schieben wir die Blätter spielerisch hin und her.
Mhmmm… mit welchem Love – Poem fangen wir an?

Los geht die Reise mit Rainer Maria Rilke.
Er war ein Ausgesetzter auf den Bergen seines Herzens, ein ewig Suchender, ein schwärmerischer Liebhaber der Damen seiner Zeit.
Heute würde man wohl sagen, - ein Frauenversteher….ein Womanizer



Aus den 7 Gedichten (zwischen 1902 und 1906)

Schwindende, du kennst die Türme nicht.
Doch nun sollst du einen Turm gewahren
mit dem wunderbaren
Raum in dir. Verschließ dein Angesicht.
Aufgerichtet hast du ihn
ahnungslos mit Blick und Wink und Wendung.
Plötzlich starrt er von Vollendung,
und ich, Seliger, darf ihn beziehn.
Ach, wie bin ich eng darin.
Schmeichle mir, zur Kuppel auszutreten:
um in deine weichen Nächte hin
mit dem Schwung schoßblendender Raketen
mehr Gefühl zu schleudern, als ich bin.

Gibt es… eine schönere.. lyrische Umschreibung für eine Ejakulation?;-))


Zwischen meinen Kissen hier …finde ich den Namen Dauthendey.
Max hieß der Gute, in Würzburg geboren. Er starb am 29. August 1918 in Malang auf Java. Ein Weltreisender, ein Großer unter den Reimeschmieden war er, ein rhythmischer Lyriker der Liebe und dennoch auch in seinem 90. Todesjahr viel zu unbeachtet …


Hülle dich in meine Hände

Bleibt das Licht nicht mehr Begleiter,
Dunkelheit bringt keine Binde,
Meine Hände leuchten weiter,
Glühend meinen Weg ich finde.

Meine Finger fühlen sprühend,
Wie zehn Augen sie dich sehen,
Und sie bleiben nicht wie Augen
Nur vor deiner Seele stehen.

Habe deinen Leib gebettet
Dicht an meine heiße Lende;
Kommt die Scham zu dir die leise,
Hülle dich in meine Hände…


Da fühlt man sich als Frau gleich wie in einem Kokon aus Lust und Leidenschaft gefangen und erobert. Und diese Worte aus dem letzten Jahrhundert sind heute genauso verführerisch wie damals.

Ein weiterer Versmacher der Liebe war Felix Dörmann, seines Zeichens Autor, Filmproduzent und ein Wiener wie er im Buche stand. Schillernd… lebhaft… charmant. Ein Lebenskünstler. Wie alle Österreicher :)
Einer, der um das Lodern der Liebe wusste und keinen Hehl daraus machte…




Aus Neurotica, 1891

Im Herzen wühlt und lodert

Die wüsteste, tollste Begier 
Und reißt und stößt und peitscht mich, 
Madonna Lucia, zu Dir.

Die Glieder schauern und beben, 

Das Auge Flammen sprüht, 
Wie kochende Lavaströme 
Das Blut meine Adern durchglüht.

Ich flehe Dich an, o gebrauche 

Die göttlich dämonische Macht, 
Die meine zerfaserten Nerven 
Zum rasendsten Taumel entfacht.

Und wenn an Deinem Busen 

Zum Wahnwitz schwillt die Lust, 
Dann, üppigste, geilste der Schlangen, 
Erwürg’ mich an Deiner Brust.


Wenn es um sinnlich-erotische Liebesgedichte geht, kommt man insbesondere nicht an der Scham vorbei. Sie ist bekannt als Liebesgrotte, Rose, Muschel oder als Erdbeermund…

Rot wie die Liebe, verlockend wie die Sünde, aromatisch wie….??
Lest selbst… Lasterhafte, poetische und direkte Verse von einem Rauf- und Saufbolden, einem Kriminellen, der nur knapp dem Galgen entging. Mehr als fünfhundert Jahre alt. Unvergessen in der Rezitation des genial verrückten Klaus Kinski.


François Villon, in einer
Nachdichtung von Paul Zech

Villon, François (1431-1464)
Eine verliebte Ballade für ein Mädchen namens Yssabeau

Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weißen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein schöner Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Das will ich sein im tiefen Tal
dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.
Im tiefen Erdbeertal, im schwarzen Haar,
da schlief ich manches Sommerjahr
bei dir und schlief doch nie zuviel.
Ich habe jetzt ein rotes Tier im Blut,
das macht mir wieder frohen Mut.
Komm her, ich weiß ein schönes Spiel
im dunklen Tal, im Muschelgrund...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!


Ich muss mich räkeln auf meinem Laken, spüre den Tag in meinen Adern,
Besser ist… ich ende jetzt…

Ich wünsche euch ein sinnliches und schönes Wochenende!

Bis bald und Ciao Ciao … Eure Rena

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