Mittwoch, 7. Mai 2014

Fashion-Tipp: Nahtoderfahrung - oder wenn die Lieblingsjeans den Geist aufgibt!

Meine Freundin ist am Telefon.
Komplett aufgelöst und dem Weinen sehr nah.
Ich denke schon an Liebeskummer oder verschnittene Haare á la Cameron Diaz!
Wir Frauen können uns in derlei Martyrien so wunderbar hinein schluchzen.
Aber es geht noch schlimmer. Schließlich berichtet sie mit stockender, fast erstickter Stimme, dass etwas ganz Entsetzliches passiert ist: sie hat ein Date und ihre Lieblingsjeans, in die sie sich nach Helmut wieder hinein gehungert hat, ist kaputt!
An dieser oberbescheuerten Stelle zwischen den Oberschenkeln, kurz vorm Schritt.
Zwei drei Zentimeter große Risse an jeder Seite.

Nun, meine Herren, Sie werden nicht nachvollziehen können, was das für eine Frau bedeutet. Im Zweifel denken Sie süffisanter Weise mit einem leicht obszönen Grinsen an einen Slip Ouvert.
Aber so selten kommt das gar nicht vor, dass Frauen aufgrund ihrer Oberschenkelmisere kurz vor einer Nahtoderfahrung wie dieser stehen!
Nicht alle von uns haben so dramatische O-Beine wie Carrie Bradshaw, deren Oberschenkel sich im Gehen nicht einmal Guten Tag sagen können. Und eine Lieblingsjeans ist und bleibt eben eine Lieblingsjeans!


Scheuerstellen zwischen den Oberschenkeln, besonders bei Hitze sind der Overkill für Nietenhosen, die ja eigentlich aus robusten Denim gemacht sind und für die Ewigkeit halten sollen. Warum müssen diese Dinger aber auch immer dann kaputt gehen, wenn frau es überhaupt nicht gebrauchen kann?
Meine Freundin weint jetzt wirklich. Leise, aber sie weint! Den ganzen Tag ist sie schon durch die halbe Stadt gelaufen, um ihre Lieblingshose in den entsprechenden Filialen der Kette mit den Zwei Buchstaben und einem „&“ dazwischen, die ich hier nicht nennen darf, nachzukaufen.
Aus dem Programm genommen, koddern die Verkäuferinnen sie an, nicht ohne den Zusatz hinzuzufügen: war ein Ladenhüter! 
Das Schluchzen wird dramatischer. Wie kann ihre Lieblingshose ein Ladenhüter sein?, fragt meine Freundin im Laden nach.
Die deutschen Frauen in der Zielgruppe wären im Hüftbereich alle etwas fülliger geworden.
Die Hose sei zu eng geschnitten, blafft es ihr von einer übergewichtigen Kassen-Else entgegen.
Meine Freundin schreit mir in die Hörmuschel: “Was bilden die sich denn eigentlich ein, nur weil die ganzen unter Zwanzigjährigen oben schmale Schultern und unten einen fetten Arsch haben, nehmen die meine Hose aus dem Programm! Soll ich jetzt fett werden, oder was?“
Am anderen Ende der Leitung packe ich den Flickenratgeber aus. Nichtsahnend, dass ich kurz davor bin, von einer verzweifelten Mittvierzigerin geköpft zu werden.
Flicken, nein Flicken gehen gar nicht, sagt sie und knallt den Hörer auf.

Das Date war übrigens erfolgreich. Auch ohne Lieblingshose.
Meine Freundin hat sich für ihr Date kurzerhand für einen Rock entschieden.
Und jetzt kommen wieder die Männer und sagen: „Mädels, das solltet ihr viel öfter tun. Dann habt ihr auch keine Probleme mit euren Scheuerstellen!“

Wie hieß noch mal das Problem?

Loch im Schritt oder Loch im Kopf?

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