Mittwoch, 20. März 2013

Beifang, Umweltgifte,Mord, Armutsbericht: Masken – Das Elend unserer Zeit


Masken – Das Elend unserer Zeit

Kommentar von Rena Larf
20.03.2013
Atemschutzmasken, Totenmasken, Pestnasen, Arztmasken. Alle haben Ihre Berechtigung. Teils sind es berufsbedingte oder aber ethische Gründe, teils ist es Ahnenverehrung oder einfach Überlebensnotwendig. Teils haben Masken Schutzfunktion vor allerlei Viren und Bakterien in der Umwelt, denken wir an bestimmte Gebiete in Asien, wo das tägliche Leben von Hygienemasken bestimmt wird. Dank Schweinegrippe und radioaktiver Strahlung vor allem in Japan.
Geht man in Deutschland aus Grippepräventionsgründen mit einer Hygienemaske auf die Straße, macht jeder gleich einen Bogen um den Träger. Maske tragen hat dann etwas Bedrohliches, Ansteckendes, Eitriges dem man nur zu gerne aus dem Wege gehen möchte. Schnell fühlt man sich dann wie ein Aussätziger.
Aber wissen wir, was in unserer Luft ist? Oder welche Seuche im Körper des Patienten schlummert, der neben uns im Wartezimmer sitzt?
Maske kann aber auch zum Ausdruck von Protest werden. Denken wir an die Maske die zum Symbol der Occupy-Bewegung wurde. Diese Maske gibt der Bewegung ein Gesicht. Ein Einziges. Das Konterfei des britischen Offiziers Guy Fawkes, der 1605 versuchte, das englische Parlament mit allerlei Schwarzpulver in die Luft zu sprengen, um dabei den König und seine Familie, sowie alle Bonzen, Kleriker und Anwesende des Hochadels zu töten.
Der Attentatsplan wurde verraten. Aber die Maske lebt weiter.
Denken wir aber auch an die Masken, die unser wahres Gesicht verbergen, wenn wir in elitären Online-Partnerbörsen unsere Profile erstellen. Die Suche nach Mr. Right und natürlich auch der Misses war noch nie so sehr von Lügen, Verschleierungen und gepimpten Selbstdarstellungen geprägt wie heute. Aus dem Fahrrad wird ein Motorrad, aus dem Passat ein Porsche, der Abteilungsleiter zum Manager. Die Lady wird zum Vamp, die Sandalen zu High Heels und die paar Pfündchen an den Hüften und am Doppelkinn, ach, die wird man schon irgendwie bis zum ersten Date abnehmen. Die Pirsch im Netz verlangt nach makellosen, schönen Händen und schneeweißem Zahnpastalächeln. Wer das nicht hat und dazu auch nicht mehr so ganz über die Idealfigur verfügt, tuned ein geklautes Bild für das Onlineprofil. Maske macht sexy. Da wird das erste richtige Treffen dann doch zu einem Blind Date!

Aber was ist mit den unsichtbaren Masken?

Die unserer Politiker zum Beispiel, die uns in den Massenmedien mit zertifiziertem Lächeln auf den Lippen den Armutsbericht oder die Zukunft schön reden, weil Wahlen anstehen?
Die Maske des Ölmultis, der uns verspricht, alles für das nachhaltige Wirtschaften seines Unternehmens zu tun, ohne die Umwelt zu gefährden und dabei die Giftschlacke, die aus undichten Öltanks in den Erdboden sickert, einfach unter den Tisch fallen lässt.
Die Maske des Fischereikapitäns, der uns erklärt, dass es für ihn und seine Mannschaft auf hoher See selbstverständlich ist, den Beifang nicht mehr ins Meer zurück zu kippen, da es ein neues EU-Gesetz gibt.
Die Maske des Attentäters, der in Polizeiuniform insgesamt 69 Menschen tötet.
Die Maske des Vaters, der seine Tochter liebevoll anlächelt und dann seinem pädophilen Wunsch folgt und das 8jährige Nachbarsmädchen am Maisfeld vom Fahrrad zieht, vergewaltigt und umbringt.
Die unsichtbare Maske. Die Maske des Verrats.
Welche tragen Sie?

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